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Medikament

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Medikament Artikel

Ein Medikament (lat.: medicamentum, Heilmittel) ist ein Arzneimittel, das in bestimmter Dosierung zur Heilung, Vorbeugung oder Diagnose einer Krankheit dient. Als Medikamente dienen seit alters her bestimmte Pflanzen und Pflanzenteile und tierische Substanzen, in neuerer Zeit jedoch vor allem synthetische Präparate. Wissenschaften von den Medikamenten sind Pharmazie und Pharmakologie.

Inhaltsverzeichnis
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Rechtliches

Medikamente müssen in Deutschland, bevor sie auf dem Markt gebracht werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen worden sein. Medikamente können in Deutschland nach ihrer Erhältlichkeit in vier Gruppen eingeteilt werden: 1. freiverkäufliche (dürfen auch außerhalb von Apotheken verkauft werden) 2. apothekenpflichtige (dürfen ca. in Apotheken abgegeben werden) 3. verschreibungspflichtige (sind ca. in Apotheken gegen Vorlage einer ärztlichen Verschreibung erhältlich) 4. Betäubungsmittel, verkehrsfähige (sind ca. in Apotheken gegen Vorlage eines Betäubungsmittelrezeptes erhältlich)

Jedes Fertigarzneimittel erhält in Deutschland einen eindeutigen 7-stelligen Schlüssel, die so genannte Pharmazentralnummer (PZN). Die PZN wird von der IFA GmbH (Frankfurt)auf Antrag des Herstellers vergeben und muss nach SGB V auf die äußere Umhüllung aufgedruckt sein. Mit Stand Januar 2004 sind ungefähr 340 Tausend PZN vergeben. Bei der Abrechnung der Arzneimittel mit den Krankenkassen durch die Apothekenrechenzentren werden die PZN als Schlüssel genutzt, dazu müssen sie auf die Rezepte von den Apotheken aufgedruckt werden. Zusätzlich findet die PZN für die Bestellungen zwischen Großhändlern und Apotheken Verwendung. Die in dem Krankenhausbereich häufig genutzte EAN 128 konnte sich bislang nicht in Deutschland durchsetzten.

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Wirkstoffe

Ein Medikament besteht aus einem oder mehreren Wirkstoffen und den wirkneutralen Hilfsstoffen, die eine Hilfsfunktion für die Bereitstellung des Wirkstoffes erfüllen (Beispiel: Zäpfchengrundmasse Hartfett, in der der Wirkstoff verteilt ist). Ein Wirkstoff kann synthetisch (chemisch oder gentechnisch) hergestellt werden oder auch aus Pflanzen, Tieren oder menschlichen Gewebeteilen isoliert oder extrahiert werden. Teil des Medikamentes kann auch die primäre Verpackung sein, soweit sie dazu dient, das Medikament richtig anzuwenden. (Beispiel: Insulin-Pen)

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Wirkprinzipien

Neben der erwünschten Wirkung) können auch unerwünschte Nebenwirkungen nach Einnahme oder Gabe eines Medikaments auftreten. Diese treten in unterschiedlicher Häufigkeit und Schwere auf und sind in dem Beipackzettel vollständig aufzuführen. Unter Wechselwirkungen versteht man die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten bei gleichzeitiger Gabe. Es kann sowohl zu einer Wirkungsabschwächung wie zu einer Verstärkung kommen.

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Wirtschaftliche Bedeutung / Medikamentenmarkt

Die Entwicklung eines neuen Medikamentes ist kapitalintensiv und zeitraubend, da umfangreiche Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden müssen, bis ein neues Medikament auf dem Markt zugelassen wird. Der forschenden Firma, welches das Medikament entwickelt hat, wird daher ein zeitliches Monopol zur ausschließlichen Nutzung des Medikaments gewährt. Nach Ablauf dieser Zeit dürfen andere Firmen (so genannte Nachahmer) eigene Präparate (so genannte Generika) mit dem gleichen Wirkstoff auf den Markt bringen. Da diese Firmen nicht die kostenintensiven Prüfungen an Menschen durchführen müssen, können sie gewöhnlicherweise das Medikament für einen Bruchteil des Preises des sog. Originalpräparates anbieten.

Die WHO hält eine Liste der Medikamente bereit, die in einem Gesundheitssystem unbedingt verfügbar sein sollen: (Quelle: the WHO Model List of Essential Medicines (http://www.who.int/medicines/organization/par/edl/eml.shtml)).

Buch-Tipp: Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung Das neue Standardwerk für Arzt und Apotheker Das neue Standardwerk für die Apotheke und Arztpraxis Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffen haben in der Vergangenheit in der pharmazeutischen und medizinischen Praxis ca. einen sehr kleinen Raum eingenommen. In dem Hinblick auf eine stets umfangreichere Arzneimitteltherapie mit einer...

Geschichte

Für eine Reihe von Heilpflanzen finden sich Hinweise auf ihre Anwendung schon aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Bereits in einem Grab eines Neandertalers (Shanidar IV., in dem heutigen Irak) das vor ungefähr 70 Tausend - 40 Tausend Jahren angelegt wurde, finden sich Beigaben, die nach Pollenbehandlungen sieben Heilpflanzen zuzuordnen sind, weswegen hier das Grab eines Heilkundigen, eines Schamanen mit Attributen seiner Tätigkeit vermutet wird. Steht dieser Fund aus frühester Zeit noch isoliert, so sind aus dem Neolithikum, der Jüngeren Steinzeit, eine Reihe von Funden bekannt, die auf die Anwendung von Heilpflanzen schließen lassen.

Aus den frühen Hochkulturen gibt es dann zahlreiche schriftliche Zeugnisse für deren umfangreichen Arzneischatz, in Assyrien und Ägypten waren einige hundert pflanzliche, tierische und mineralische Arzneimittel in Gebrauch.

Buch-Tipp: Arzneimittelwirkungen Eine Beschreibung zum Buch "Arzneimittelwirkungen" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Griechisch-römische Überlieferung

Für die Arzneien der westlichen Medizin sind folgende Autoren der griechisch-römischen Überlieferung besonders wichtig:

Theophrastos von Eresos (371- 287 v. Chr.) beschrieb 550 Pflanzen, darunter zahlreiche Arznei- und Giftpflanzen. Plinius der Ältere lebte von 23/24 bis 79 n. Chr. schrieb eine höchst umfangreiche enzyklopädische Naturkunde , die Naturalis historiae. Die Heilmittel nehmen einen breiten Raum ein, es werden beinahe 1 Tausend aus dem Pflanzenreich beschrieben. Die in fünf Büchern abgefasste Arzneimittellehre De materia medica des Dioskurides (ein römischer Militärarzt, der in dem 1. Jh. lebte) ist die umfangreichste des Altertums. Er behandelt Arzneimittel aus allen drei Naturreichen, es werden 102 mineralische, 101 tierische und 813 pflanzliche Arzneimittel beschrieben. Das Werk erschien um 78 n. Chr. und wirkte über Jahrhunderte. Besonders in dem Mittelalter diente es als Vorbild und Fundgrube für andere einschlägige Kompendien.

Buch-Tipp: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit. Das Nachschlagewerk für die tägliche Praxis Um ausführliche Informationen zum Buch "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit. Das Nachschlagewerk für die tägliche Praxis" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Mittelalter

Die mittelalterlichen Quellen zu dem Arzneischatz sind sehr zahlreich. Dazu gehört u.a. so genannte Hortulus des Walahfrid Strabo (9. Jahrhundert), der Abt des Klosters Reichenau war. Das Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen wird in Gedichtform (Hexameter) vermittelt.

Ebenfalls ein Lehrgedicht über Heilpflanzen und durch den 'Hortulus' beeinflusst ist der 'Macer floridus'. Der Verfasser, Odo von Meung , lebte in dem 11. Jahrhundert. Eine vom 13. Jahrhundert an überlieferte thüringisch-schlesische Prosaübersetzung und -bearbeitung, der 'Ältere deutsche Macer' war weit verbreitet und diente neben anderen Quellen als Textgrundlage für den 'Gart der gesuntheit' von 1485, eines der einflussreichsten gedruckten Kräuterbücher. Zudem wird das europäische Mittelalter ungefähr vom Jahr 1000 an mit verloren geglaubten bzw. in Vergessenheit geratenen Schriften der Antike durch Übersetzungen aus dem Arabischen in das Lateinische bekannt. Die Zentren der Übersetzertätigkeit liegen in Süditalien (Salerno) und Spanien (Toledo). Dazu kommen eigenständige Erkenntnisse arabischer Gelehrter. Rhazes (865 - um 930), Avicenna (980 - 1037) und andere arabische Autoren zählen zu den hochgeachteten Autoritäten der europäischen Heilkunde. In ihren Schriften werden bislang unbekannte Arzneidrogen beschrieben, zu dem Beispiel Ambra, Benzoeharz, Cubeben , Galgant, Kampfer, Moschus, Muskat, Mumie, Sandelholz, Sennesblätter u.a.

Aber auch unabhängig vom antiken oder arabischen Einfluss werden hier und da neue, eigenständige Beobachtungen gemacht, die das Wissen über den Arzneischatz bereichern. Herausragend sind die "Physica" der Hildegard von Bingen und eine Schrift des Albertus Magnus mit dem Titel "De vegetabilibus".

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Neuzeit

Seit der frühen Neuzeit wurde der europäische Arzneischatz erheblich erweitert: Einerseits durch eine neue Dimension in dem Handel mit Heilpflanzen und Drogen, die sich nach der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien durch Vasco da Gama und die Landung in Amerika durch Columbus eröffnete. So kamen beispielsweise Brechwurzel , Chinarinde , Curare, Guajak und Perubalsam nach Europa; andererseits durch Produkte alchemistischer Tätigkeit. Besonders wichtig war die Alchemie der Araber, da hier eine medizinische Absichtrichtung in den Vordergrund trat: die Suche nach der Panazee , der Universalmedizin . Der wichtigste Wegbereiter für den Einsatz (al)chemischer Präparate in der Medizin wurde Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim genannt Paracelsus (1493 - 1541). Er vertritt die innerliche Anwendung von Chemikalien, gerade von giftigen Antimon- und Quecksilberpräparaten als erster. Zwar fanden seine Lehren zu seinen Lebzeiten ca. einen beschränkten Anhängerkreis, doch seine Nachfolger, die Paracelsisten , vermittelten seine Ideen einem stets größer werdenden Kreis von Medizinern und anderen Gelehrten. Von hier führt der Weg zur Pharmazeutischen Chemie .

Buch-Tipp: Die Suchtfibel Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Die Suchtfibel". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

19. Jahrhundert bis jetzt

Die Neuzeit brachte mit ihren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ganz erhebliche Veränderungen des Arzneischatzes. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es zunächst eine deutliche Reduktion: Übrig blieb, was nach damaligen Stand der Wissenschaft in der Wirksamkeit als gesichert galt.

Der enorme Erkenntniszuwachs in der Chemie führte dann dazu, dass zu dem Beispiel eine Fülle von wirksamen Inhaltsstoffen aus Arzneipflanzen isoliert wurden, etwa die Alkaloide Chinin, Morphin, Strychnin. Nicht ca. Alkaloide, auch viele weitere Pflanzeninhaltsstoffe wurden isoliert und davon eine große Zahl arzneilich benutzt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der organisch-synthetischen Arzneimittel, die von der Teerfarbenindustrie entwickelt wurden, wobei das Herstellungsverfahren dem Patentschutz unterlag. Dies förderte ganz erheblich die industrielle Produktion von Arzneispezialitäten, den in abgabefertiger Verpackung hergestellten Arzneimitteln, wie sie heute das Bild beherrschen. Die Acetylsalicylsäure, allseits bekannt unter dem Namen Aspirin, viele andere Schmerzmittel und weitere auf das Nervensystem wirkende Arzneistoffe gehören hierher (Narkosemittel, Antiepileptika , Antiparkinsonmittel , Psychopharmaka u.a.m.). Weitere Beispiele sind Arzneimittel, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, etwa die Sympatholytika (zu denen die "Betablocker" zählen), die als Herz-Kreislaufmittel eingesetzt werden. Die Zahl der synthetisierten Wirkstoffe wurde dann rasch unüberschaubar.

Bei den Hormonen und Vitaminen gab es in der Folge biochemischer, physiolgisch- und klinisch-chemischer Behandlungen des 19. und 20. Jahrhunderts zahlreiche Fortschritte. Dabei wurden u.a. die Grundlagen für den therapeutischen Einsatz von Vitaminen, Insulin, den Sexualhormonen (Estrogene, Gestagene, die "Pille", Androgene), den Hormonen der Nebennierenrinde (Glukokortikoide, u.a. Cortison), Schilddrüsenhormonen , den Gewebshormonen und ihren Antagonisten (Antihistaminika als Antiallergika u.a.) gelegt.

Ganz besondere Bedeutung erlangten Arzneimittel zur Prophylaxe und Therapie der Infektionskrankheiten. Dazu gehören v.a. Antibiotika, Desinfektionsmittel, Sterilisation und Impfungen. Mit ihrer Hilfe, aber sicher auch durch bessere Ernährung und Wohnung sowie durch Anwendung hygienischer Verhaltensweisen sind einst lebensbedrohliche Erkrankungen ("Geißeln der Menschheit"), die auf Mikroorganismen zurückgehen, stark zurückgegangen. Zu bezeichnen sind hier u.a. die Forschungen von Paul Ehrlich (1854 - 1915) (Salvarsan) und Gerhard Domagk (1895 - 1964) (Sulfonamide ). Dazu kam die Entdeckung, dass Naturstoffe, so das von Schimmelpilzen gebildete Penicillin, als Antibiotika erfolgreich gegen diese Krankheiten eingesetzt werden können.

Die Menge bei der Einnahme zu gebrauchende Menge Dosis.

Buch-Tipp: Dosierungsvorschläge für Arzneimittel bei Hund und Katze (Memovet) Hilfreich Kurz, knapp und übersichtlich sind hier Dosierungsvorschläge auch für gängige Medikamente aus der Humanmedizin angegeben. Ohne unnötigen Ballast findet man hier schnell den Weg zur passenden Dosierung.

Typische Einnahmeformen

Buch-Tipp: Grüne Apotheke Das Buch "Grüne Apotheke" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Typische Darreichungsformen

  • Augentropfen
  • Nasenspray oder -tropfen
  • Ohrentropfen
  • Tees
  • etc.

Nicht medikamentöse Behandlungsverfahren

Neben den Medikamenten gibt es in der Medizin auch gut wirksame nicht medikamentöse Behandlungsprinzipien.

  • Gewichtsreduktion zu dem Beispiel zur Behandlung des Hochdrucks, der Zuckerkrankheit
  • Psychotherapie beispielsweise zur Behandlung von Phobien
  • Physiotherapie (Krankengymnastik und mehr)
  • physikalische Maßnahmen
  • Bestrahlungen
  • Meidung von auslösenden Faktoren
  • Operationen
  • Hilfsmittel zu dem Beispiel Verbandsmaterial

Weiterführende Angaben

Wortfeld Medikament

rezeptfreie Medikamente , Selbstmedikation -- rezeptpflichtige Medikamente -- Betäubungsmittel -- Drogen -- Wirkstoff -- Placebo -- Generika -- Dosis -- therapeutische Breite -- Nebenwirkung -- Rote Liste -- Orphan drug -- Phytotherapie -- Allopathie -- Homöopathie -- TCM -- Rezeptgebühr -- Medizinische Wirksamkeit

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